Schokoladensplitter

Organisieren Sie sich – statt zu improvisieren

Die neuen Schokoriegel mit der Salzmandelfüllung liefen wieder richtig gut. Die Kunden waren begeistert. Wie schon bei anderen neuen Produkten, die sich der Hersteller ausgedacht hatte. Innovative Ideen waren in diesem Unternehmen fast schon an der Tagesordnung. Und fast alle Produkte waren richtig erfolgreich. Der Absatz stieg. Neue Maschinen mussten her. Irgendwo in der Produktionshalle war noch Platz. Mitarbeiter, die sie bedienen, fanden sich auch. Irgendwann wurde Dreischichtbetrieb notwendig. Also wurden drei Schichtleiter eingestellt.
Alles lief wunderbar. Und alles lief nach dem Motto: „Das kriegen wir irgendwie hin. Müssen wir halt ein bisschen improvisieren.“
Bis es irgendwann nicht mehr lief …

Lassen Sie Improvisation nicht zum Dauerzustand werden!

Die Fehler häuften sich, die Produktqualität ließ nach, die Prozessergebnisse wurden schlechter. Kunden konnten nicht rechtzeitig beliefert werden. Erste Vertragsstrafen kommen auf Sie zu, weil die Kunden nicht mehr termingerecht oder nicht mit der gewohnten Qualität beliefert wurden und sie die Nachfrage nicht bedienen konnten. Insgesamt wurden die KPI-Kennzahlen schlechter.
Die Mitarbeiter wurden unzufrieden. Die Motivation sank und mit ihr die Bindung an das Unternehmen. Erste Kündigungen landeten auf dem Schreibtisch des Chefs. Meist gerade von den besten Mitarbeitern.
Was war das Problem? Ganz einfach: Das Problem war, dass alle Probleme irgendwie geflickt statt gelöst wurden. Das Problem war, dass Improvisation zum Dauerzustand geworden war.

Geraten Sie nicht in die Lückenbüßer-Spirale!

Ich sehe das ganz häufig, wenn Unternehmen erfolgreich sind und die Produktion, der Absatz wächst: Die Organisation wächst nicht mit. Die wird stiefmütterlich behandelt bei der Aufgabe, der wachsenden Nachfrage nachzukommen. Manchmal sollen auch Kosten gespart werden.
Wie viele Schichtleiter würden Sie für drei Schichten einstellen? Drei mag irgendwie logisch klingen. Aber was tun Sie, wenn einer davon Urlaub hat oder krankheitsbedingt ausfällt? Die „Lösung“ für dieses Problem ist in vielen Unternehmen: Jemand springt ein, ausnahmsweise. Der Produktionsleiter vielleicht. Aber der hat ja eigentlich schon einen Fulltime-Job. Wer entlastet dann den Produktionsleiter? Der Werksleiter?
Auf diese Weise erzeugen Sie durch gut gemeintes Improvisieren eine „Lückenbüßer-Spirale“, in der am Ende niemand mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben hat.

Verlieren Sie nicht die Prozessbeherrschung!

Womit Sie ebenfalls rechnen müssen, wenn Sie die Probleme nur flicken statt lösen: Die Prozessbeherrschung verliert sich, weil niemand mehr Zeit hat, die neuen Maschinen richtig kennenzulernen, sich wirklich um auftretende Fehler zu kümmern, sondern alle nur an den Symptomen herumschrauben. Und das zieht wiederum andere Probleme nach sich: mehr Ausschuss, Materialverluste, Regressansprüche, schlechtere Lieferquoten …
Und in so einem Arbeitsumfeld, wo nie etwas rund läuft und dauernd nachgebessert werden muss, sinkt natürlich auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Wachsen Sie mit, wenn Ihr Umsatz wächst!

Was also können Sie tun, wenn Sie – erfreulicherweise – erfolgreiche Produkte haben und Ihr Unternehmen wächst? Lassen Sie Ihre Organisation mitwachsen! Denken Sie nicht erst über Anpassungen in der Unternehmensorganisation nach, wenn die neue Maschine schon in der Halle steht, sondern schon während Sie den Entschluss zu ihrer Anschaffung treffen. Passt Ihre Führungsstruktur noch zu den neuen Anforderungen und zur Größe Ihres Unternehmens?
Passen Sie Ihre Organisation den Prozessen an – statt immer nur die eine Lücke nach der anderen provisorisch zu stopfen! Finden Sie Lösungen für die neuen Anforderungen, statt tagtäglich neu zu improvisieren!

Wilfried Weber

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