Die Maschinen standen zu lange still, wenn von der Produktion von Produkt A auf Produkt B umgerüstet wurde. Vier Stunden im Mittel. Das war die Ausgangssituation. Unser Ziel und Auftrag: Die Rüstzeiten verkürzen. Also machten wir uns ans Werk – und erlebten bei diesem Kunden einen ganz besonderen Wow-Effekt, von dem ich Ihnen unbedingt erzählen möchte. Weil mich das stolz machte. Klar. Aber vor allem, weil dieser Auftrag zeigt, wie wichtig die Menschen für Ihren Erfolg sind. Im Guten wie im Schlechten.
Erfolg durch systematisches Nachdenken
Zunächst haben wir die Ausgangslage analysiert, mit unseren Tools die Produktion vermessen, die Prozesse bewertet, ganz genau schaut, was wie wann wo mit wem läuft.
Dann haben wir uns mit einem vom Kunden ausgewählten Team an einen Tisch gesetzt, uns unsere Analyse angeschaut – und dann das Wichtigste getan, um den Erfolg voranzubringen: nachdenken.
Mit Nachdenken beginnt alles. So haben wir über dem Ablauf der Produktion gegrübelt, Ideen über Änderungen ausgetauscht, am grünen Tisch Möglichkeiten eines anderen Ablaufes durchgespielt. Die Ideen verworfen, verbessert. Am Ende kam ein Ablauf heraus, den wir in einem Bild zeichnerisch darstellen konnten, bei dem jeder Handgriff für das Rüstteam, das sich am Tisch zusammengefunden hatte, stimmte. Anderthalb Tage hatte wir dafür gebraucht: Das Ergebnis unseres Nachdenkens war eine Verkürzung der Umrüstzeit um mehr als 50 Prozent auf 118 Minuten. Super. Aber noch nicht das Ihnen versprochene Wow.
Erfolg durch Engagement
Schon an diesen anderthalb Tagen war auffallend, dass ein ganz hervorragendes Team mit der Aufgabe betreut worden war. Die Mannschaft war irre, die hatten einen solchen Spaß am Tüfteln an neuen, besseren Abläufen, die waren außergewöhnlich leistungsbereit.
Jetzt musste unser Modell in die Praxis. Und als es dann an den Testlauf unseres neuen Umrüstprozesses ging, zeigte sich die Power des Engagements in vollem Umfang.
Der Test an der ausgewählten Maschine sollte um 17 Uhr losgehen. Die Umrüstmannschaft stand parat, um die Produktion von Produkt A auf Produkt B umzustellen. Aber an diesem Tag hatte es während der Produktion von Produkt A mehrere Störungen gegeben, der ganze Prozess hatte sich dadurch nach hinten geschoben. Vor Mitternacht würden wir den Testlauf nicht starten können.
Und da zeigte sich, wie extrem super die Leute waren. Der Wille war einfach da. Sie wollten es wissen und wirklich den Erfolg erreichen. Wir trafen uns also in der Nacht, um 1 Uhr in der Früh konnten wir starten. Es war wie bei einem Orchester, der am grünen Tisch durchkomponierte Ablauf war unsere Partitur, alles war durchgetaktet, jeder wusste, wann wo was sein Einsatz war, die Team war hochkonzentriert. Und es hatte sich herumgesprochen, was da vor sich ging … „Die wollen das heute Nacht ausprobieren, wie wir das besser hinbekommen!“ Wir hatten also Zuschauer. Unser Test zog Leute von den Nachbarmaschinen an. Das war wie im Stadion. Das eh schon hochmotivierte Umrüstteam bekam noch zusätzlich einen Energieschub. Wahnsinn die Stimmung im Betrieb.
„Jetzt haben wir Publikum!“, sagte ich zum Schichtleiter, „Dann zeigen wir denen doch mal, wie es läuft …!“
95 Minuten.
Wir unterboten unser Umrüstmodell mit 118 Minuten im Praxistest um 19 Prozent. Damit lagen wir insgesamt 60 Prozent unter dem Mittel von 240 Minuten.
Die Halle tobte. Als das erste Produkt B die Produktion verließ, jubelten alle. Applaus für die Mannschaft. Das war gigantisch. Und das ging durchs ganze Werk. „Ich bin jetzt hier schon seit 30 Jahren, solche Zeiten hatten wir noch nie!“ Die Begeisterung in der Nacht sprach sich rum, und mir wurde das noch Wochen später bestätigt, dass sich nicht nur die Rüstzeiten extrem verbessert haben, die Motivation im kompletten Betrieb war gewachsen.
Das war der Wow-Effekt, auch für mich.
Behalten Sie die Miesmacher im Auge
Seitdem achte ich darauf, dass wir bei solchen Tests, deren Ergebnis meiner Erfahrung nach immer beeindruckt, wenn den Leuten klar wird, was sie alles mit einer Optimierung der Rüstzeiten erreichen können, Zuschauer haben. Das ist super für das Team, das an der Optimierung arbeitet, aber es ist eben auch motivierend für die ganze Mannschaft, an einem messbaren Erfolg, einem Erfolg, den sie mit eigenen Augen sehen können, teilzuhaben.
Wichtig für Sie ist dabei aber noch eines: Behalten Sie die Miesmacher in Ihrem Team im Auge, denn von denen gibt es immer welche. Diese Art von Kritikern, die alles negativ macht, gerne auch, obwohl sie gar nicht dabei waren. Einfach aus Prinzip. Die hauen einfach einen raus, weil ihn per se etwas über die Leber läuft. „Ach, das hat nur so gut geklappt, weil der Weber dabei war!“ Die relativieren den Erfolg – und das Üble daran ist: Deren Sprüche bleiben im Team hängen. Das ist wie bei Trump: Der fabuliert im TV Duell mit Kamala Harris was davon, dass Migranten in Springfield Ohio Katzen und Hunde essen würden – und das bleibt hängen.
Deswegen ist es wichtig, dass sie solchen Miesmachern keinen Raum lassen, die gleich zur Rede stellen, dafür sorgen, dass es keine Kommunikationslücken gibt, in die sie ihr Miesmachergift träufeln können. Denn dann haben Sie das Wow, die Power von begeisternden Erfolgen auf ihrer Seite und es kann Ihr Unternehmen, die Menschen in Ihrem Unternehmen, zu neuen Höchstleistungen motivieren.
Ihr Wilfried Weber